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Ein Lichtspiel an der Fassade des Karlsruher Schlosses war eines der kulturellen Angebote für die Teilnehmenden an der 11. Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen in Karlsruhe, Deutschland. Die Vollversammlung vom 31. August bis 8. September 2022 stand unter der Überschrift „Die Liebe Christi bewegt, versöhnt und eint die Welt“. 

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Pillay legte dabei am 24. September einen Schwerpunkt auf den Glaubensaspekt des Themas und die verschiedenen eng miteinander verbundenen Dimensionen des 1.700-jährigen Jubiläums des Konzils von Nizäa.

„Das Bekenntnis zu dem im Nizäanum formulierten Glauben ist seit Langem eine Voraussetzung für die Mitgliedschaft im Ökumenischen Rat der Kirchen“, schrieb er. „Wenn es im ökumenischen Kontext heute um Nizäa geht, wird oft darauf hingewiesen, dass sich zwar viele, aber nicht alle christlichen Konfessionen zum Nizänischen Glaubensbekenntnis bekennen.“

Viele Gläubige hätten Probleme mit den theologischen Begrifflichkeiten darin, führte Pillay aus. „Man könnte sich fragen, ob die Gläubigen wirklich begreifen, worum es in diesen Formulierungen genau geht“, schrieb er. „Und dennoch würde ich behaupten, dass sich christliche Gläubige auch dann zu dem im Nizänischen Glaubensbekenntnis formulierten Glauben bekennen, wenn sie es im Gottesdienst nicht verwenden oder nicht das theologische Fachwissen haben, um die exakte Bedeutung zu verstehen.“

Das Glaubensbekenntnis dürfe nicht nur aufgesagt werden, sondern müsse praktisch gelebt werden, schrieb Pillay. „Alle, die sich zum nizänischen Glauben bekennen, nehmen ihre Berufung an: die Berufung, die Wahrheit zu verkörpern, die wir in unserem Handeln verkündigen“, so Pillay. „Das Nizänische Glaubensbekenntnis ist für christliche Gläubige über kulturelle Grenzen und über die Jahrhunderte hinweg immer ein Bindeglied gewesen.“

Wir seien verpflichtet, deutlich zu machen, dass unsere Glaubenslehren und -traditionen auch benutzt wurden, um Unterdrückung von anderen Menschen zu rechtfertigen, warnte Pillay. „Gleichzeitig müssen wir sie aber auch als Instrumente der Befreiung für uns reklamieren“, schrieb er. „Das Nizänische Glaubensbekenntnis fordert von uns, dass unser Zeugnis Widerstand leistet gegen Unterdrückung und das von Gerechtigkeit und Frieden bestimmte Reich Gottes verkündet.“

Einen Vortrag über den Aspekt „Einheit“ des Themas wird Pastorin Dr. Susan Durber, die ÖRK-Präsidentin für die Region Europe, am 26. September halten.

Ansprache von ÖRK-Generalsekretär Pastor Prof. Dr. Jerry Pillay bei der Konsultation der Evangelische Landeskirche in Württemberg im Wortlaut (in englischer Sprache)