„Ich fühle mit den über 473 Mio. Kindern, die in Konfliktgebieten leben und dort grausame und andauernde Verstöße ihrer Grundrechte und ihrer gottgegebenen Menschenwürde hinnehmen müssen“, sagte Pillay. „Ich denke insbesondere an die 48,8 Mio. Kinder, die durch Konflikte und Gewalt vertrieben wurden. Viele von ihnen haben ihre Eltern verloren und sind Menschenhandel und Missbräuchen ausgesetzt.“
Das Leid, das Kinder in Konfliktgebieten weltweit ertragen müssten, sei unannehmbar und unentschuldbar, sagte Pillay.
„Die Zahl schwerer Verstöße gegen Kinder hat in den letzten 30 Jahren um 25 % zugenommen“, fügte er hinzu. „Dies ist teilweise auf die immer eklatanteren Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht und die Menschenrechte zurückzuführen.“
Er merkte das langjährige Engagement des ÖRK für diese Rechte an. Diese seien geschaffen worden, um jene vor Gewalt und Missbrauch durch die Mächtigen zu schützen, die dadurch besonders gefährdet seien. „Wir fordern eine volle und konsequente Verpflichtung, diese Prinzipien einzuhalten“, sagte er. „Es besteht auch ein Zusammenhang zur immer akuteren Klimakrise und dem damit einhergehenden zunehmenden Wettlauf um wichtige Ressourcen.“
Tatsächlich sei davon auszugehen, dass der Hauptauslöser für Kriege im 21. Jahrhundert der Ressourcenmangel werde, so Pillay.
„Gläubige Menschen sind dazu angehalten, sich dafür einzusetzen, dass Kinder im Krieg Schutz genießen, dass der humanitäre Zugang und Unterstützung von Konflikten betroffene Bevölkerung sichergestellt wird und dass jegliche Verstöße – insbesondere jene, die sich auf die Kinder und ihre Zukunft auswirken – aus moralischer Verantwortlichkeit und rechtlicher Verpflichtung geahndet werden“, sagte er. „Ich möchte Sie auffordern, Ihren Glauben und Ihr Wissen im vollen Ausmaß dafür einzusetzen, die Ursachen für Krieg – das heißt, auch die Klima- und Umweltkrise, die weltweit alle Kinder bedroht – in Angriff zu nehmen.“
Die Kampagne „Stand Up for Children in War“ soll religiöse Führungspersonen, Glaubensgemeinschaften und die Zivilgesellschaft dazu anstoßen, für von Krieg betroffenen Kinder einzustehen, sich für ihren Schutz einzusetzen und Raum für Barmherzigkeit zu schaffen. Auf der Website der Kampagne finden sich in englischer Sprache verschiedene Möglichkeiten, sich zu engagieren, die von den zahlreichen Gruppen und Partnerorganisationen zusammengestellt wurden: www.forchildreninwar.org/engagement-options/
Erfahren Sie mehr über die globale Kampagne „Stand Up for Children in War“ (in englischer Sprache)
Videobotschaft des ÖRK-Generalsekretärs am internationalen Friedenstags zur Kampagne „Stand Up for Children in War“ (in englischer Sprache)