Kowalska anerkannte, wie wichtig der Solidaritätsbesuch und die Rolle des ÖRK bei der Begleitung der Gemeinden auf ihrem Weg hin zu einem Ende des Krieges sei.
Sie dankte der ÖRK-Führung für ihr pausenloses Engagement und ihre jahrzehntelange Unterstützung im Bereich Einheit, Frieden, Versöhnung und Gerechtigkeit.
ÖRK-Generalsekretär Pastor Prof. Dr. Jerry Pillay brachte seine Wertschätzung über das ehrliche und offene Gespräch mit den Regierungsbeamten zum Ausdruck. Unter anderem ging es dabei um die aktuelle Lage in der Ukraine und die Herausforderungen durch den Krieg, um Friedensinitiativen, Religionsfreiheit, die Beziehung zwischen Kirche und Staat, politische Instabilität und die wahrgenommene Korruption. „Der ÖRK wird sich auch in Zukunft weiterhin gegen den Krieg aussprechen und für Friedensgespräche einstehen“, sagte er. „Gewalt bringt keine Lösungen, nur Schmerz, Trauma und das Leid unschuldiger Menschen.“
Der Vorsitzende des ÖRK-Zentralausschusses Bischof Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm beschrieb die Gespräche mit dem Präsidialamt über den beschwerlichen Alltag der ukrainischen Bevölkerung angesichts der ununterbrochenen Bedrohung als besonders bewegend.
„Die Kinder können nicht so lernen, wie sie es verdienen, weil sie andauernd vor russischen Angriffen Schutz suchen müssen“, sagte er. „In Erinnerung wird mir auch die Entschlossenheit bleiben, mit der die Ukraine ihre Souveränität verteidigt, indem sie die nötigen Mittel für den Widerstand gegen den russischen Angriff bis Ende des nächsten Winters und darüber hinaus zur Verfügung stellt.“
Bedford-Strohm sprach auch die klare Zusicherung Jelenskyjs an, dass keine ukrainische Kirche in ihrer Religionsfreiheit beschnitten würde, auch die Ukrainische Orthodoxe Kirche nicht. „Ich bin für den offenen Austausch dankbar, in dem wir als ÖRK unsere unbeirrbare Unterstützung der ukrainischen Bevölkerung in ihrem Widerstand gegen die Invasion deutlich machen konnten.“
Kowalska informierte die ÖRK-Delegation darüber, dass es von russischer Seite keine Anzeichen auf eine Bereitschaft zum Frieden gäbe, und betonte nachdrücklich, dass die Ukraine keinerlei territoriale Zugeständnisse in Betracht ziehe. Sie beschrieb auch die Folgen der massiven russischen Luftangriffe und die Herausforderungen für die Ukraine angesichts des bevorstehenden Winters.
Jelenskyj befasste sich primär mit der einzigartigen religiösen Landschaft der Ukraine. Insbesondere machte er auf die Tatsache aufmerksam, dass sich die ukrainische Gesellschaft aufgrund ihres religiösen Pluralismus auszeichne. „Religiöse Vielfalt und religiöser Pluralismus sind nicht dasselbe. Religiöser Pluralismus muss aufgebaut werden“, sagte er. „Unsere Kirchen haben die existierende religiöse Vielfalt in der Ukraine mit großem Engagement zu einem effektiven religiösen Pluralismus gemacht.“
Gleichzeitig sprach Jelenskyj auch die russischen Verletzungen der Religionsfreiheit in der Ukraine und in den vorübergehend besetzten Gebieten an. Er bemerkte, dass russische Angriffe über 800 kirchliche Gebäude beschädigt oder zerstört und über 80 Mitglieder des Klerus getötet hätten.
Die Gespräche drehten sich auch um die Regelungen und Implementierung des Gesetzes zum Schutz der Verfassungsordnung im Tätigkeitsbereich religiöser Organisationen.
In den 35 Jahren seit der Wiederherstellung der ukrainischen Unabhängigkeit sei keine religiöse Organisation durch den Staat verboten worden, so Jelenskyj. Er betonte, dass die aktuelle Gesetzesinitiative nur die Russische Orthodoxe Kirche betreffe, die den Krieg gegen die Ukraine als „heiligen Krieg“ bezeichnete und zur Zerstörung der ukrainischen Kultur, Staatlichkeit und Identität aufrufe.
Zur Delegation gehörten Pastor Prof. Dr. Jerry Pillay, ÖRK-Generalsekretär, Bischof Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm, Vorsitzender des ÖRK-Zentralausschusses, Pastorin Karin van den Broeke, Mitglied des ÖRK-Zentralausschuss und -Exekutivausschusses, S. E. Metropolit Gabriel von Nea Ionia und Filadelfia von der Kirche von Griechenland, Mitglied des ÖRK-Zentralausschusses und Beauftragter der ÖRK-Kommission der Kirchen für internationale Angelegenheiten (CCIA), Pfarrer Frank-Dieter Fischbach, Generalsekretär der Konferenz Europäischer Kirchen, und Marianne Ejdersten, ÖRK-Kommunikationsdirektorin.
Solidaritätsbesuch des ÖRK in die Ukraine (ÖRK-Pressemitteilung, 17. Juli 2026)
Ukraine: Kirchen nähren Hoffnung, wenn Hoffnung auf dem Prüfstein steht (ÖRK-Pressemitteilung, 17. Juli 2026; in englischer Sprache)