Neben Pillay nahmen an dem Treffen mit Mnangagwa ebenfalls teil der Generalsekretär des Kirchenrates von Simbabwe, Pastor Wilfred Dimingu; der Präsident des Kirchenrates von Simbabwe, Bischof Dr. Ignatius Makumbe; Pastorin Dr. Suzanne Matale aus Sambia als Vertreterin des Generalsekretärs der Gesamtafrikanischen Kirchenkonferenz; Pastor Dr. Hanns Lessing, leitender Referent für Theologie und Ökumene bei der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen; Pastor Mzwandile Molo, Generalsekretär des Südafrikanischen Kirchenrates und zurzeit Vorsitzender der Gemeinschaft des Rates der Kirchen im Südlichen Afrika; und Dr. Masiiwa Gunda, ÖRK-Programmreferent und Lehrbeauftragter am Ökumenischen Institut Bossey.
Präsident Mnangagwa eröffnete die Zusammenkunft, begrüßte die Delegation und sprach seine Anerkennung für die Arbeit der Kirchen in den Bereichen Resilienz gegen den Klimawandel, Friedensarbeit und nationale Versöhnung aus. Er sprach ebenfalls über die Verpflichtung seiner Regierung, sich für Frieden, Gerechtigkeit und den Kampf gegen die Korruption einzusetzen.
Pillay griff die Ausführungen des Präsidenten auf und eröffnete seine Rede mit einem positiven Rückblick auf die herzlichen Beziehungen zwischen dem ÖRK und Simbabwe nach dem Ende des Befreiungskrieges und bis zur historischen 8. ÖRK-Vollversammlung in Harare 1998, auf der sowohl der damalige Präsident Simbabwes, Robert Mugabe, als auch der zu dieser Zeit amtierende südafrikanische Präsident Nelson Mandela Reden hielten.
Pillay beglückwünschte Präsident Mnangagwa zur Wahl Simbabwes als nichtständiges Mitglied des UN-Sicherheitsrates und forderte, dass die damit verbundenen Möglichkeiten weise genutzt werden sollten, um weltweit für Frieden und Sicherheit zu arbeiten.
Pillay erkannte an, dass Simbabwe im Vergleich zu zahlreichen anderen Ländern generell eine friedfertige Nation sei. Wie in allen anderen Ländern gebe es aber auch in Simbabwe immer Probleme, die die Menschen polarisierten und zu Unzufriedenheit führten. Pillay ging auf einige der Themen ein, die die Kirchen und die Menschen in Simbabwe betreffen – dazu gehörten die Änderung der Verfassung, die eine Verlängerung der Amtszeit des Präsidenten vorsieht, die Jugendarbeitslosigkeit und die damit verbundenen sozialen Probleme, die unfaire und ungerechte Verteilung des Wohlstandes, der Klimawandel und geschlechtsspezifische Gewalt.
Pillay sprach über die historischen Traumata und Wunden der Menschen und die damit nach wie vor verbundene Aufgabe, das Land zu versöhnen und zu heilen. Entsprechend der Bitte des Kirchenrates von Simbabwe (ZCC) wiederholte Pillay deren Wunsch nach einem allumfassenden nationalen Dialog im Land, der von den Kirchen und mit Beteiligung der Regierung geleitet wird. Er forderte die Regierung nachdrücklich auf, diesen Prozess zu unterstützen und daran teilzunehmen.
Der ÖRK-Generalsekretär sprach ebenfalls über die fremdenfeindlichen Erfahrungen, die Menschen aus Simbabwe und andere Ausländerinnen und Ausländer in Südafrika machen mussten, und wies in diesem Zusammenhang auf die Bedeutung einer nachhaltigen Strategie für die Reintegration der Heimkehrenden nach Simbabwe und auf die Bereitschaft und den Wunsch des ZCC hin, mit der Regierung zusammenzuarbeiten und einen Plan für die Reintegration zu entwickeln und umzusetzen.
Andere Mitglieder der ökumenischen Delegation stellten weitere Überlegungen und Anliegen zur Diskussion, und der Präsident gab Antworten auf die angesprochenen Probleme.
Zum Abschluss des Treffens äußerte Pillay seine Freude und Dankbarkeit gegenüber dem ZCC für seine konstruktive Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit der Regierung, um Simbabwe zu einem besseren Land für alle Menschen und die gesamte Schöpfung zu machen, lobte ebenfalls den Wunsch der Regierung, sich für dieselben Ziele einzusetzen, und bedankte sich für die Ausrichtung des Treffens. Es wurde ein Gebet für den Präsidenten, die Regierung und Simbabwe gesprochen.
In Simbabwe „kann sich die Kirche nicht in eine private Spiritualität zurückziehen“ (ÖRK-Pressemitteilung vom 22. Juli 2026) (in englischer Sprache)
ÖRK leitet Solidaritätsdelegation nach Simbabwe (ÖRK-Pressemitteilung vom 14. Juli 2026) (in englischer Sprache)