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Sign "Who Would Jesus Deport" at the protest rally

Teilnehmende einer Pro-Demokratie-Demonstration in Eugene, Oregon, am 11. Juni 2025. Die Demonstration fand als Reaktion auf landesweit vermehrte Abschiebungsaktionen durch ICE statt. 

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Nach Gewalteskalationen in Gebieten, in die die US-amerikanische Einwanderungs- und Zollbehörde (Immigration and Customs Enforcement, ICE) und die Grenzschutzbehörde (Border Patrol) entsandt worden waren, steigerten religiöse Führungspersonen ihre Aufrufe für Menschenrechte, Würde und Gewaltlosigkeit.

Bischof Dwayne Royster, Geschäftsführer des Netzwerks Faith in Action, erklärte während des Online-Treffens: „Wir versammeln uns heute Abend, weil Blut vergossen wurde – und dieses Blut erfordert unsere Zeit.“

Als Vertretende zahlreicher Glaubenstraditionen waren die Teilnehmenden sich einig, dass das Gebet von Taten begleitet werden muss. „Sie besitzen moralische Autorität“, sagte Royster. „Dies ist keine Zeit für performativen Glauben.“

Marianne Edgar Budde, Bischöfin der bischöflichen Diözese Washington, D.C., sagte: „Wir sind entsetzt über das, was in unserem Land geschieht. Unsere Augen und Ohren sind besonders auf Minnesota gerichtet – dennoch ist uns bewusst, dass auch in anderen Vierteln und Städten im ganzen Land Ähnliches geschieht.“

Pastor Dr. Everett Kelley, nationaler Vorsitzender des Amerikanischen Verbands der Staatsbediensteten, sprach namentlich über Alex Pretti, der am 24. Januar von Bundesbeamten getötet wurde und ein Mitglied des Verbands war. „Dass ein Arbeiter unter der Autorität des Staates getötet wird, ist nicht nur eine Tragödie, sondern ein moralisches Versagen“, so Kelley. „Bundesbedienstete sind nicht austauschbar.“

Pastorin JaNae Bates Imari, Co-Direktorin von ISAIAH, einer multiethnischen, multireligiösen überparteilichen Koalition von Glaubensgemeinschaften im Bundesstaat Minnesota, bemerkte, in Minneapolis seien am kältesten Tag des Jahres 75 000 Menschen auf die Straße gegangen. „Wir stehen vor einer existenziellen Krise, nicht nur in Bezug auf unsere Demokratie, sondern auch mit Blick auf die Frage, wer wir sind“, sagte sie. 

Pastor Dr. John Welsh, Vorstandsvorsitzender des Gamaliel-Netzwerks in Pittsburgh, Pennsylvania, betete für die Familien, die nach Razzien der Bundesagenten zerbrochen sind. „Die getrennten Familien sind noch nicht wiedervereint worden“, sagte er. 

Rabbinerin Jill Jacobs, Geschäftsführerin von T’ruah in New York, sprach ein Klagegebet. „Wie lange werden noch bewaffnete Truppen durch unsere Straßen ziehen und unsere Nächsten terrorisieren, entführen und ermorden?“, fragte sie. „Schenk unseren ermatteten Herzen Mitgefühl, damit wir weiterhin für andere und für uns selbst sorgen mögen.“

Der buddhistische Meditationslehrer Hugh Byrne leitete eine Besinnung für eine Zeit der Trauer und des Leidens. „Mögest du sicher sein. Mögest du gesund sein. Mögest du Frieden haben. Mögest du von liebevoller Güte umarmt sein“, sagte er.

Pastor Carlos L Malave gehörte zu den Geistlichen, die aus Solidarität mit der dortigen Gemeinschaft nach Minneapolis gereist waren. „Was wir von den Menschen in Minneapolis erfahren haben, ist, dass sie in Terror leben“, sagte er. „Die Menschen arbeiten nicht. Sie gehen nirgendwo hin, wenn es nicht unbedingt notwendig ist. Können Sie sich vorstellen, dass ein fünfjähriger Junge von seinen Eltern weggelockt und nach Texas geschickt wird?“

Laurie Carefone, Geschäftsführerin von Network, einer katholischen Lobby für soziale Gerechtigkeit, sagte: „Als gläubige Menschen verurteilen wir diese Todesfälle und den Schrecken, der zahllosen Familien angetan wird.“

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Wie können wir nein sagen? 

Kardinal Joseph Tobin von der römisch-katholischen Erzdiözese von Newark, New Jersey, sagte in seiner Botschaft, unseren Glauben in die Tat umzusetzen, bedeute „nein“ zu sagen.

„Wir trauern über eine Welt und ein Land, in dem es erlaubt ist, Fünfjährige legal zu entführen und Protestierende abzuschlachten“, so der Kardinal. „Wie können wir nein sagen? Wie können wir zu Gewalt nein sagen?“

Bischöfin Francine Brookins von der Afrikanischen Methodistisch-bischöflichen Kirche forderte die Teilnehmenden auf, sich die Angst vorzustellen, die die Menschen in Minneapolis erfasst hat. „Stellen Sie sich vor, dass in einer Stunde jemand an Ihrer Tür klopft“, sagte sie. „Ihr Haustier könnte allein zurückgelassen werden. Ihr Kind könnte allein gelassen werden und in einem Auto festfrieren. Wir alle sind diese Menschen.”

Der Geschäftsführer der jüdischen politischen Organisation Bend the Arc, Jamie Beran, sagte: „Möge sich in diesem Land der Mut entfalten, der aus einer radikalen, heiligen Ehrlichkeit erwächst. Niemand wird kommen, um uns zu retten. Wir sind diejenigen, die Rettung bringen müssen.“

Haris Tarin, Vizepräsident für Politik und Programmgestaltung des muslimischen Rates für öffentliche Angelegenheiten, betete für Einwanderergemeinden im ganzen Land. „Gib uns die Kraft, Systeme zu verurteilen, die von Angst profitieren, politische Maßnahmen anzuprangern, die Familien zerbrechen, und Praktiken herauszufordern, die Menschen unter dem Deckmantel von Recht, Ordnung und Politik ihre Menschlichkeit absprechen“, sagte er. „Schütze diejenigen, die friedlich protestieren. Ziehe diejenigen zur Rechenschaft, die mit Macht betraut sind, auch wenn sie versuchen, sich ihrer Verantwortung zu entziehen. Mach uns zu Menschen, die an einer Zukunft bauen, in der die Sicherheit nicht auf Kosten der Würde herrscht.“

Gemeinsam mit allen Teilnehmenden riefen die religiösen Führungspersönlichkeiten zum Handeln auf, beispielsweise zur Kontaktaufnahme mit Politikerinnen und Politikern, zum Aussetzen der Finanzierung von ICE, zur Unterbrechung der Aktivitäten von ICE sowie zu einer sorgfältigen parteiübergreifenden Untersuchung der Todesfälle. 

Pastorin Dr. Karen Georgia Thompson, Hauptpastorin und Präsidentin der Vereinigten Kirche Christi und Präsidentin der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen, hielt eine Abschlussandacht und stellte fest, dass die gemeinsame Zeit am Online-Treffen Traditionen überwunden habe, und dass dadurch Gemeinschaft und Solidarität aufgebaut würden. „Es wird alle von uns – gemeinsam – brauchen, um die Veränderung herbeizuführen, die wir jetzt benötigen“, sagte sie. „Wir beten weiterhin füreinander, auch nachdem wir hier weggehen. Wir werden hierbleiben, bis sich etwas ändert.“

Bischof Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm, Vorsitzender des ÖRK-Zentralausschusses, schloss sich den Gebeten an und begrüßte das Bekenntnis zu den wahren christlichen Werten. „Als Christinnen und Christen müssen wir Praktiken verurteilen, bei denen die Religion zur Legitimierung brutaler Handlungen missbraucht wird – und dabei spielt es keine Rolle, wo auf der Welt dies geschieht: im Iran, wo sich mutige Menschen für Freiheit erheben, oder in der Ukraine, wo die Menschen jeden Tag von russischen Bomben terrorisiert werden.“ Gegenwärtig auch in den USA, sagte Bedford-Strohm weiter, wo sich ein Präsident auf die Bibel berufe, während er Migrantinnen und Migranten brutal verfolge und Angst und Terror verbreite.

Er fügte hinzu: „Beten und Eintreten für Gerechtigkeit gehören untrennbar zusammen.“

ÖRK zutiefst besorgt über eskalierende Gewalt in den USA (ÖRK-Pressemitteilung vom 25. Januar 2026)

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