Das diesjährige Motto des Weltgesundheitstages ist „Gemeinsam für mehr Gesundheit – auf der Grundlage der Wissenschaft“.
Der Vorsitzende der ÖRK-Kommission der Kirchen zu Gesundheit und Heilung, Pastor Dr. Stavros Kofinas, sprach in einer Botschaft der Kommission über die Notwendigkeit, Gesundheit als eine positive, multidimensionale Realität zu verstehen, in der soziale und persönliche Faktoren sowie die Umwelt eine Rolle spielen.
„Wenn ein Faktor Schaden nimmt, leiden alle anderen mit“, sagte er. „Die Krise, in der sich die natürliche Umwelt heute befindet, steht deutlich im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Und die Umwelt ist tatsächlich gefährdet, was zur Folge hat, dass alle Lebensformen bedroht sind.“
Dass unsere natürliche Umwelt in einer Krise stecke, sei nicht nur auf die industrielle Verschmutzung zurückzuführen, sondern auch auf die Art und Weise, wie unser soziales Umfeld aktuell gestaltet sei, sagte Kofinas.
„Unser soziales Umfeld wird durch unser familiäres Umfeld, unser politisches Umfeld, unser religiöses Umfeld, unser Bildungsumfeld, unser Arbeitsumfeld und sogar durch das Umfeld unseres Gesundheitssystems gebildet“, sagte er. „Nun müssen wir uns der Tatsache stellen, dass jede Komponente unseres Umfeldes vor schwerwiegenden Problemen steht, die zur möglichen Auslöschung unserer Welt führen könnten.“
An erster Stelle seien die verheerenden Kriege zu nennen, die zur Sicherung von Macht und natürlicher Energiequellen geführt werden, fügte Kofinas hinzu.
„Gewaltsame Zerstörung löst zerstörerische Wut aus“, sagte er. „Die Gier scheint überhandzunehmen, und dies führt seinerseits zu einem Vertrauensverlust, der wiederum zu mehr Unsicherheiten und einer Zunahme an Verteidigungsmaßnahmen führt.“
Kofinas sprach auch darüber, dass die Menschen heutzutage viel Zeit und Energie darauf aufwendeten, ein gesundes Leben zu führen. „Wir dürfen nicht außer Acht lassen, dass es außerdem ein großes Engagement für die Rettung unserer natürlichen Umwelt gibt“, sagte er. „Es besteht kein Zweifel, dass es beide Bestrebungen braucht.“
Es sei an uns, Friedensstifter zu werden und Wege zur Beendigung der grausamen, verheerenden Kriege und der Armut, die so viele Menschenleben kostet, zu finden, drängte Kofinas. „Wir müssen uns auf ein einfaches und wohltätiges Leben besinnen, anstatt uns den Zwängen hinzugeben, die uns unser Verlangen nach mehr Besitz auferlegt“, sagte er. „Und schließlich müssen wir den Leidenden Mitgefühl und Barmherzigkeit entgegenbringen. Auf diese Weise können wir die tatsächliche Verantwortung für alle Facetten unserer Umgebung übernehmen und nicht nur als Individuen, sondern auch als gesamte Welt eine gesunde Existenz führen.“
In einer Betrachtung während des Gebetes wurde die Wissenschaft als eine der guten Gaben Gottes genannt. „Sie wurde nicht dazu gewährt, Gier oder Selbstachtung zu nähren oder Reichtum und Macht zu erlangen, sondern als Mittel zur Ergründung der Wahrheit, zur Linderung von Leid und zum Schutz von Leben“, hieß es in der Betrachtung. „Wenn sich Weisheit, Demut und Nächstenliebe zur wissenschaftlichen Erkenntnis gesellen, ist sie ein mächtiges Werkzeug für Gottes Werk der Heilung.“