Die Konferenz wird von der ÖRK-Kommission für Glauben und Kirchenverfassung organisiert und findet vom 24. bis 28. Oktober 2025 im päpstlichen Logos-Zentrum der Koptischen-Orthodoxen Kirche in der Nähe des St.-Pischoi-Klosters in Wadi El Natrun, im Südwesten von Alexandria, Ägypten statt.
„Zu dem Zeitpunkt, zu dem wir aktuell im Leben der Kirche stehen, muss die Vision der Einheit nicht als feststehendes Ziel neu formuliert werden, sondern als Pilgerweg“, schreibt Pastorin Prof. Dr. Stephanie Dietrich im ersten Beitrag dieser Ausgabe.
„Die sechsten Weltkonferenz für Glauben und Kirchenverfassung stellt eine einzigartige Gelegenheit für die Kirchen dar, ihre sich diesem Pilgerweg erneut zu verpflichten“, fügt sie hinzu.
Seit 1927 finden zu Schlüsselmomenten in der Geschichte der Ökumene Weltkonferenzen für Glauben und Kirchenverfassung statt. Die letzte Konferenz dieser Art fand 1993 in Santiago de Compostela, Spanien statt.
„Jede Konferenz“, so Dietrich, „hat sich auf verschiedene Art und Weise mit der Frage beschäftigt, wie man zu ‚sichtbarer Einheit‘ gelangt, also eine Einheit, die nicht nur auf organische, strukturelle, doktrinelle, spirituelle oder symbolische Weise den gemeinsamen Glauben, das Leben, die Andacht, das Zeugnis und den Dienst der Kirchen zeichnet, sondern darin auch verkörpert wird.“
Die Frage nach sichtbarer Einheit sei in einer immer gespalteneren Welt umso dringender, betont sie. Denn in dieser Welt seien das Vertrauen, die Gerechtigkeit und der Frieden in der Krise und die Kirche wirke in ihrer Reaktion auf diese Krisen oft gespalten und unstet.
„Welche Gestalt soll [diese Einheit] angesichts der Änderungen in der Ausprägung des globalen Christentums annehmen? Wie kann eine neue Generation ökumenischen Dialogs sich neu mit dem Aufruf danach, in einer gespaltenen Welt ein Körper zu sein, auseinandersetzen?“
Diese und ähnliche Fragen werden in der aktuellen Ausgabe von The Ecumenical Review erörtert. Diese Fragen unterstreichen auch den Schlüsselmoment, in dem die sechste Weltkonferenz für Glauben und Kirchenverfassung stattfindet, nämlich 1700 Jahre nach dem ersten ökumenischen Konzil von Nizäa 325 n. Chr., dem ersten Versuch, in einer Versammlung, in der das gesamte Christentum vertreten war, innerhalb der Kirche einen Konsens zu finden.
Inhaltsverzeichnis (in englischer Sprache)
Stephanie Dietrich: Visible Unity in a Fragmented World: A Vision for the Sixth World Conference on Faith and Order, “Where Now for Visible Unity?” (schreibgeschützter Zugriff; in englischer Sprache)
Open-Access-Beiträge aus der aktuellen Ausgabe von The Ecumenical Review (alle in englischer Sprache):
Antje Jackelén: Baptismal Ecclesiology: A Relational Theological Perspective
Maria Munkholt Christensen: Nicaea and Women’s Ordained Ministry