An der Konferenz nehmen die ÖRK-Kommissionen für internationale Angelegenheiten, für Klimagerechtigkeit und nachhaltige Entwicklung und für Gesundheit und Heilung sowie die Referenzgruppe zur Überwindung von Rassismus und Diskriminierung, die Referenzgruppe Gendergerechtigkeit und die Referenzgruppe Ökumenische Diakonie teil. Zusammen leisten diese Gremien einen wichtigen Beitrag zum Werk des ÖRK im Bereich ökumenische Sozialethik und ökumenisches Handeln. Gastgeber der Tagung ist die Kirche Christi in Thailand in Kooperation mit der Asiatischen Christlichen Konferenz (Christian Conference of Asia, CCA).
Die Versammlung findet im Kontext ineinandergreifender Krisen statt, etwa bewaffnete Konflikte, die Missachtung des Völkerrechts, zunehmende Ungleichheit, die Klimakrise und der rasante technologische Wandel. Vor diesem Hintergrund stützen sich die Teilnehmenden auf 100 Jahre ökumenische Sozialtheorie und ökumenisches Handeln – zurückgehend auf die Weltkonferenz für Praktisches Christentum 1925 –, um die Grundsätze der ökumenischen Ethik neu zu betrachten und zu untersuchen, wie sie gegenwärtig formuliert und gelebt werden können.
„Kirchen, die sich im Sinne der Menschenwürde, der Gerechtigkeit, des Friedens und eines Lebens in voller Genüge vereinen, können zur Heilung unserer verwundeten Welt beitragen“, sagte Pastor Dr. Kenneth Mtata, ÖRK-Programmdirektor für Leben, Gerechtigkeit und Frieden. „In Chiang Mai wollen wir uns mit unseren theologischen Ressourcen auseinandersetzen und uns ausgehend von Introspektion und Analyse mit neuer Kraft der Idee des transformativen Handelns verschreiben.“
Die Versammlung dauert eine Woche und beginnt mit Pilgerbegegnungen. Bei diesen treffen die Teilnehmenden in und um Chiang Mai örtliche Gemeinden und Organisationen, die sich mit sauberer Luft, Migration, HIV und gesundheitlicher Gerechtigkeit sowie religionsübergreifendem Dialog befassen.
Gottesdienste, biblische Meditationen und theologische Betrachtungen bilden die Grundlage der Konferenz. In Plenarsitzungen und Seminaren werden Fragen der ökologischen Krise, der Menschenwürde im Zeitalter künstlicher Intelligenz und der Rolle der Kirchen bei der Realisierung einer an Werten orientierten Weltordnung ergründet. Die Teilnehmenden setzen sich außerdem mit Dekolonisierungsansätzen auseinander und befassen sich mit dem Zusammenspiel von ökumenischer Diakonie, Gesundheit und Heilung, Gerechtigkeit für rassistisch Diskriminierte und Gendergerechtigkeit. Im Rahmen der Ökumenischen Dekade für Klimagerechtigkeit des ÖRK (2025-2034) gibt es auch eine Gelegenheit zur Diskussion konkreter Klimaschutzmaßnahmen, die die Kirchen ergreifen können.
Im Zentrum der Versammlung steht die Frage: „Wie sind wir in der heutigen Zeit zum gemeinsamen Zeugnis berufen?“ Zum Abschluss der Konferenz soll eine gemeinsame Erklärung zur Vision für eine ökumenische Sozialethik und ein ökumenisches Zeugnis im aktuellen Kontext verabschiedet werden.
Gemeinsame Tagung von ÖRK-Kommissionen und -Referenzgruppen für Leben, Gerechtigkeit und Frieden (in englischer Sprache)